Erstens, habe ich das Gedicht von Else Lasker-Schüler ziemlich kompliziert gefunden. Ich glaube, die will viel mit dem Gedicht sagen, die ich aber nicht verstehe.
Was ich selber davon verstanden habe ist; jemanden, den die Schriftstellerin einen höhen Stellewert einräumt, ist vor einer länger Zeit gestorben. Deswegen ist "die Welt verrohte". Den Verlust zu entleiden, hat natürlich sehr weh getan, und sie leidet immer noch. Das Klavier wird im Keller gestellt, weil es die Erzählerin an diesen jemand erinnert. Es erinnert sie an die schöne Tage vor dem Tod, als das klavier von Sternenhänden gespielt würde und die Mondfrau gesungen hat. Die letzte Strophe habe ich sehr verwirrend gefunden. Aber ich glaube, darum geht es, dass die sich mit dem Brot vergiftet hat. Die hat das gemacht, weil sie ohne diesen jemand nicht mehr leben kann, dass ihr leben schon vorbei ist ohne diesen jemand.
Alles im Begriff, habe ich das Gedicht sehr ernst und traurig gefunden. Ich glaube aber da gibt es viele Interpretation Möglichkeiten.
Posted by shin0167 at November 30, 2004 04:36 PMuns geht's immer genau gleich, wenn wir en gedicht lesen!!! die autoren wollen ganz bestimmt immer irgendetwas sagen, aber was können wir wirklich nicht nachvollziehen!!
Posted by: stsa at March 17, 2005 01:26 AMhmm ich wollt nur sagen, man muss den historischen hintergrund zu dem gedicht kennen, dann kann mans auch besser verstehen: also else lasker-schüler war ja jüdin und wurde aus ihrem haus vertrieben, "seitdem die welt verrohte" steht für "seit dem kriegsbeginn"... seit eine deutsche familie in ihrem alten haus wohnt, wird das klavier nicht mehr benutzt, die ratten können als etwas "schmutziges", vl auch als die deutschen interpretiert werden, blau ist ein leitmotiv in dem gedicht, es steht für reinheit und undschuld, was aber alles zerstört wurde
in der letzten verszeile bittet das lyrische ich um den tod, da es schon so viel bitteres erlebt hat, es bezeichet sich selbst auch als lebende tote und "wider dem verbote" steht dafür, dass selbstmord in der jüdischen (genauso wie in der chr.) religion verboten ist
Thank you!
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e.l-s. hat das Gedicht 1937 geschrieben, sie war in die Schweiz emigriert. "Das blaue Kavier" steht für den Kunstbetrieb der Zeit vor den Nazis (blaue Reiter ...), es geht nicht um Musik ("kenne doch keine Note"), das freie Kunstleben wurde aus der Öffentlichkeit genommen("Dunkel der Kellertür"), die Nazis (Ratten) haben die Szene übernommen, mit schrägen Tönen=keine wirkliche Kunst (zerbrochene Klaviatür, Geklirr). Die Künstler von einst waren wie Himmelswesen (Sternenhände, Mondfrau). Jetzt bittet sie ein Himmelswesen um Einlass: sie will aus der Verbannung ("ich aß vom bitteren Brote") zurück in die freie Künstlerszene und zwar lebend (öffnet mir lebend schon ..."), obwohl ihr das von den Nazis verwehrt wird ("wider dem Verbote") wegen Rassismus und Zensur. Die Verrohung steht für den aufkeimenden Nationalsozialismus, der Schluss meint keinen Selbstmord. Es ist ein politisches Gedicht.
Posted by: Gabriele Müller-Datz at March 29, 2007 08:26 AMFalsch
Posted by: Melina Boden at May 20, 2007 07:40 AM