Italienische Politik: langweilig oder wie ein Krimi?
11.April 2006
In der Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Bild und im Zweitem Deutschen Fernsehen wurde es berichtet, dass das Linksbündnis die Wahl in Italien gewonnen hat, und die Mitte-Links-Partei hat jetzt die Mehrheit in der Abgeordnetenkammer und im Senat. Silvio Berlusconis Mitte-Rechts-Partei, das Rechtsbündnis, hat die knappe Wahl verloren. Der Gewinner, der Romano Prodi heißt, hat 49,8% der Wahl gewonnen, Berlusconi 49,7%. Dieses Thema ist natürlich ziemlich wichtig für die Europäische Union, deshalb war die italienische Wahl der erste Bericht, den man auf jeder Website sieht.
Die Schlagzeile in der FAZ ist: “Prodi: ‘Ich erwarte einen Anruf von Berlusconi.’� In einem Foto schüttelt Prodi jemandem die Hand, und sieht er ziemlich glücklich und überrascht aus. Im Artikel gibt es vier Teile: eine Art Einführung, “Fehlende Stimmen können nichts mehr verändern,� “Berlusconi: ‘Spaltung des Landes,’� und “Prodi: ‘Ich erwarte einen Anruf von Berlusconi.� Es scheint, dass der Artikel zweiseitig berichtet wird, und ich glaube, dass die Positionierung des Artikels zeigt, wie wichtig italienische Politik in Bezug auf europäische Politik ist. Man könnte es behaupten, dass die politische Tendenz der FAZ Europa-freundlich ist.
In der Bild ist die Schlagzeile: “Wahl-Krimi in Italien: Jetzt ist es offiziell: Prodi ist der (knappe) Sieger.� Dieser Artikel ist ein lustiges Beispiel von der deutschen Sensationspresse. Es gibt wenigere Information als in der FAZ, aber alles wird unterhaltsamer berichtet, aber das Ziel der Bild-Zeitung ist einfach die Leser zu unterhalten. Die Bilder neben dem Artikel sind lustig. Das erste Foto zeigt Prodi mit italienischen und europäischen Fahnen, und im zweiten Bild wird einen traurigen und kontemplativen Berlusconi gezeigt. Die Analyse im Artikel ist oberflächlich, und ich frage mich, warum die Bild über solche Themen berichtet, aber ich muss sagen, dass die Zeitung langweilige politische Themen so interessant wie ein Krimi machen kann!
Der Bericht im ZDF heißt: “Italien nach der Wahl.� Man sagt immer, dass Zeitschrift ein intensiveres Medium als Fernsehen ist, aber in diesem Fall stimmt das einfach nicht. Der Fernsehbericht ist nur 2 Minuten, 14 Sekunden lange, aber es gibt viel mehr Information als in den Zeitschriften. Das Thema wird auch zweiseitig berichtet, und Berlusconi und Prodi werden ebenso gezeigt. Auch im ZDF wird es diskutiert, wie die Zukunft der italienischen Politik aussieht. Das Hauptunterschied zwischen den Berichten in den Zeitschriften und im Fernsehen ist, dass mit dem Fernsehbericht es ein Gefühl von Hier und Jetzt gibt. Die Zeitungen berichten darüber, was geschehen ist, aber ZDF zeigt, was passiert.
Der ZDF-Bericht ist meiner Meinung nach am besten, weil die Information besser und intensiver dargestellt wird. Das konnte davon hängen, wer das Medium besitzt. Die Bild existiert, nur um Geld zu verdienen. Man konnte behaupten, dass die FAZ das öffentliche Wohl dient, aber im Prinzip ist sie wie die Bild eine komerzielle Firma. ZDF ist öffentlich, deshalb muss das Publikum von den Berichten nicht unterhalten werden, sondern sollten die Berichte die Zuschauer informieren.
From,
Mike